Wer auf Mallorca selbstständig arbeiten möchte, muss sich als Autónomo (Freiberufler/Einzelunternehmer) anmelden. Das spanische System unterscheidet sich deutlich vom deutschen – hier die wichtigsten Schritte.
Was ist ein Autónomo?
Der Autónomo ist das spanische Pendant zum Freiberufler oder Einzelunternehmer. Du bist in der Seguridad Social versichert, zahlst quartalsweise Einkommensteuer und bist für deine eigene Buchhaltung verantwortlich.
Voraussetzungen
- NIE-Nummer
- Residencia (EU-Bürger: Certificado de Registro)
- Spanisches Bankkonto (für Lastschrift der Sozialversicherung)
- Digitales Zertifikat (empfohlen für Online-Behördengänge)
Anmeldung Schritt für Schritt
- Alta en Hacienda (Modelo 036/037): Anmeldung beim Finanzamt mit Angabe der Tätigkeit (IAE-Code)
- Alta en la Seguridad Social (Modelo TA.0521): Anmeldung bei der Sozialversicherung
- Optional: Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde (je nach Tätigkeit)
Kosten
- Tarifa Plana: Für Neugründer nur 80 Euro/Monat im ersten Jahr (statt ca. 300 Euro)
- 2. Jahr: ca. 230 Euro/Monat
- Danach: ca. 300-350 Euro/Monat (Mindestbeitrag)
Dieser Beitrag deckt Krankenversicherung, Rente und Arbeitslosenversicherung ab.
Steuerpflichten als Autónomo
- Quartalsweise IRPF-Vorauszahlung (Modelo 130): 20% des Gewinns
- Quartalsweise MwSt-Erklärung (Modelo 303): 21% IVA
- Jährliche Zusammenfassung (Modelo 390)
- Jährliche Steuererklärung (Renta)
Gestor oder Steuerberater?
Als Autónomo brauchst du fast zwingend einen Gestor oder Asesor Fiscal. Kosten: 80-200 Euro/Monat für laufende Buchhaltung und Steuererklärungen. Das ist in Spanien Standard und im Vergleich zu Deutschland günstig.
SL statt Autónomo?
Ab einem Jahresgewinn von ca. 40.000 Euro kann sich die Gründung einer SL (Sociedad Limitada) lohnen – das spanische Pendant zur GmbH. Vorteile: niedrigerer Steuersatz (25% Körperschaftsteuer), Haftungsbeschränkung. Nachteile: höhere Gründungskosten (ca. 3.000 Euro), mehr Bürokratie.
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